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Am Anfang
Ich, Gabriel, erzähle, erweitere und vertiefe die Geschehnisse von damals und die Geschehnisse von heute und ich zeige den Weg in die Zukunft. Ich spreche im Namen des Vaters, im Namen des Sohnes, des Heiligen Geistes und im Namen der Mutter Maria.
«Josef, Josef packe deine Sachen! Ihr müsst Bethlehem verlassen, ihr seid in großer Gefahr!», so hörte Josef in seinem Inneren die Stimme, halb wach, halb noch im Schlaf. Es war meine Stimme, die er schon kannte.
Drei Sterndeuter, drei Weise folgten einem mächtigen Himmelszeichen, einem Stern mit einem Schweif, der am Himmel aufgegangen und in der Nacht zu sehen war. Die drei sternkundigen Weisen aus dem Morgenland wussten, wenn dieser Stern, diese bestimmte Sternenkonstellation zu sehen wäre, würde ein besonderer Befreier und Retter auf die Erde kommen.
Maria strahlte etwas Neues aus, sie hatte in die Erfüllung der Mutter gefunden. Sie war still und in sich gekehrt, versuchte zu erfassen, was in der Grotte, im Unsichtbaren geschah. Sie waren nicht allein, sie waren umgeben von einer Art Lobpreis, der die Grotte erfüllte.
Es war eine kalte Nacht. In der Nähe weideten Hirten ihre Schafe und Ziegen. Sie sprachen miteinander am wärmenden Feuer. Der eine sagte: «Was ist das für eine Nacht? Etwas liegt in der Luft, ich bin hellwach!
Josef erwachte. Er hörte das leise Weinen eines neugeborenen Kindes und augenblicklich kam ihm ihre aktuelle Situation wieder in den Sinn. Die Wirklichkeit des äußeren Lebens mit seinen Sorgen und seiner Not wollte ihn schon wieder in die Scham zwingen.
Josef bekämpfte seine Wut auf die Wirte. Diese schlug schließlich um in einen unerträglichen Schmerz und nun kämpfte auch Josef mit den Tränen. Seine Frau Maria und das neugeborene Kind in dieser schweren Stunde so schutzlos zu sehen, war für ihn fast nicht zu ertragen.
Die Straßen von Betlehem waren verlassen, es war längst finsterste Nacht geworden und Maria und Josef wussten nicht mehr weiter. Da wurden sie von einer Frau eingeholt, sie zog Josef am Arm.
Groß war die Erleichterung, als sie nach einigen Tagen erschöpft, müde und frierend in Betlehem ankamen. Sie sehnten sich nach einer warmen Unterkunft, um zu schlafen und sich auszuruhen. Josef klopfte an die Tür einer Herberge.
Josef stand in der Pflicht und im Recht des Kaisers Augustus, seiner Vorgabe und seinem Gesetz. Er hatte versucht, diese Anordnung für sich hinauszuschieben, um noch die Geburt des Kindes abzuwarten. Doch die Soldaten drängten ihn, aufzubrechen und seiner Pflicht nachzukommen, und er packte seine Sachen, um dieser Folge zu leisten.
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