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Am Anfang
Jakobus suchte die Nähe Marias, er wollte ergründen, warum Maria und Jesus so ernst waren, warum Maria irgendwie bedrückt schien. Jesus war mit seinen Freunden weitergezogen, es war wieder ruhiger im Haus, doch eine seltsame Schwere war geblieben. Jakob setzte sich neben Maria. «Maria, was ist los? Was ist geschehen? Warum ist keine Freude mehr...
Eines Nachts als alle schliefen, war Maria schon wieder wach und Jesus noch wach. Sie saßen zusammen auf einem nahen Hügel und Jesus fragte seine Mutter eindringlich, was sie bewege, denn er fühlte ihre große Traurigkeit. Die Traurigkeit umgab sie, auch wenn keiner diese bemerkte, Jesus konnte sie spüren.
«Mutter», hörte Maria die Stimme ihres Sohnes, der so lange weg gewesen war, unterwegs mit seinen Freunden. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie drehte sich ihm zu. «Du bist da! Wie schön, du bist da!» Die ganze Sorge um ihren Sohn war weggewischt, die Bilder, die Träume, die sie beunruhigt hatten, waren weg,...
Ich, Gabriel, erzähle, erweitere und vertiefe die Geschehnisse von damals und die Geschehnisse von heute und ich zeige den Weg in die Zukunft. Ich spreche im Namen des Vaters, im Namen des Sohnes, des Heiligen Geistes und im Namen der Mutter Maria.
«Josef, Josef packe deine Sachen! Ihr müsst Bethlehem verlassen, ihr seid in großer Gefahr!», so hörte Josef in seinem Inneren die Stimme, halb wach, halb noch im Schlaf. Es war meine Stimme, die er schon kannte.
Drei Sterndeuter, drei Weise folgten einem mächtigen Himmelszeichen, einem Stern mit einem Schweif, der am Himmel aufgegangen und in der Nacht zu sehen war. Die drei sternkundigen Weisen aus dem Morgenland wussten, wenn dieser Stern, diese bestimmte Sternenkonstellation zu sehen wäre, würde ein besonderer Befreier und Retter auf die Erde kommen.
Maria strahlte etwas Neues aus, sie hatte in die Erfüllung der Mutter gefunden. Sie war still und in sich gekehrt, versuchte zu erfassen, was in der Grotte, im Unsichtbaren geschah. Sie waren nicht allein, sie waren umgeben von einer Art Lobpreis, der die Grotte erfüllte.
Es war eine kalte Nacht. In der Nähe weideten Hirten ihre Schafe und Ziegen. Sie sprachen miteinander am wärmenden Feuer. Der eine sagte: «Was ist das für eine Nacht? Etwas liegt in der Luft, ich bin hellwach!
Josef erwachte. Er hörte das leise Weinen eines neugeborenen Kindes und augenblicklich kam ihm ihre aktuelle Situation wieder in den Sinn. Die Wirklichkeit des äußeren Lebens mit seinen Sorgen und seiner Not wollte ihn schon wieder in die Scham zwingen.
Josef bekämpfte seine Wut auf die Wirte. Diese schlug schließlich um in einen unerträglichen Schmerz und nun kämpfte auch Josef mit den Tränen. Seine Frau Maria und das neugeborene Kind in dieser schweren Stunde so schutzlos zu sehen, war für ihn fast nicht zu ertragen.
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